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des BLV-NRW
30.06.2006
Rallypoint-Zählweise von der IBF endgültig beschlossen 
mehr unter  badminton.de

Starttermin 1. August 2006 beschlossen

weitere Infos siehe BLV-NRW-Schiedsrichterseite

Spielregeln und Simulationsprogramm zur neuen Zählweise
Info von Sven Heide von bwbv.de
Das Programm, freundlicherweise von Herbert Ott (Schiedsrichterwart Bayern) als Freeware zur Verfügung gestellt, simuliert ein Doppel, wobei der Anwender vorgibt, welche Seite den Punkt macht. Das Programm stellt daraufhin dar, wie der Aufschlag und die Spieler wechseln, jeweils vor und nach dem Wechsel des Aufschlagfelds. Der Clou für Schiedsrichter ist noch, dass automatisch der Schiedsrichterzettel ausgefüllt wird. Ich finde das eine Superidee, von Herbert perfekt umgesetzt. ...

Simulationsprogramm zum Downlaod
Rally Point von Herbert Ott (gezipptes Exe, 380K)

Ebenso zum Download

- Die neuen IBF-Regeln in der offiziellen deutschen Fassung vom Schiedsrichterausschuss DBV. Kein teueres Geld ausgeben, einfach runterladen, ausdrucken und ins Training mitnehmen.

Spielregeln komplett zum Download   (PDF)
vom DBV-Schiedsrichterausschuss

- Kurzhinweise fürs Doppel auf einer Seite zum Ausdrucken, ebenfalls von Hans Krieger zur 
Verfügung gestellt.

Tipps für den Doppelaufschlag   (PDF)
von Hans Krieger, SR-Wart BWBV

...

Sven Heise
Webmaster www.bwbv.de


von Ulrich Schaaf 

Die von vielen erwartete, von einigen befürchtete und wiederum von anderen herbeigesehnte, neue Zählweise wurde auf der IBF-Mitgliederversammlung am 6. Mai in Tokio endgültig beschlossen. Ohne Gegenstimmen wurde verabschiedet, dass die seit dem 1. Februar bei den internationalen Turnieren verwendete "Rallypoint-Zählweise" nun auch formal als offizielle Zählweise für den Badmintonsport weltweit gilt. 

Damit ist die Zählweise auch in Nordrhein-Westfalen ab dem Saisonstart 2006/2007 gültig. Zu regeln bleibt nur noch, ab wann genau das Rallypoint-System als offizielle Spielweise in Deutschland Gültigkeit erlangt. Eine endgültige Entscheidung darüber fällt beim DBV-Verbandtag am 17. Juni in Gera. Es ist aber davon auszugehen, dass der offizielle Starttermin der 1. August 2006 sein wird. Das DBV-Präsidium und die großen Landesverbände haben sich bereits für diesen Termin ausgesprochen.

Der für den Wettkampfbetrieb zuständige DBV-Vizepräsident Gerd Pigola, arbeitet zurzeit mit dem DBV-Schiedsrichterausschuss unter Hochdruck daran, bis Ende Mai eine verbindliche deutsche Übersetzung des Regeltextes vorzulegen. Am 10. Juni 2006 findet dann eine Informationsveranstaltung für die Schiedsrichterwarte der Landesverbände statt. Danach wird auch der Landesverband für seine Schiedsrichter eine Informationsveranstaltung einberufen. 

Die englische Fassung der neuen Regeln steht bei badminton.de um Download bereit:

Damit erhalten sie für alle Spiele bei Turnieren und Mannschaftswettkämpfen in allen Ligen und Leistungsklassen Gültigkeit. 

Bis zu den Sommerferien werden aber noch die offiziellen Turniere des BLV-NRW nach der alten Zählweise gespielt. Offizielle Turniere gibt es bei uns aber nur noch im Jugendbereich. Andere Turniere können und dürfen ab sofort auch nach der neuen Zählweise gespielt werden. 
 

Hier nun die wichtigsten Merkmale der Rallypoint - Zählweise.
Ich betone ausdrücklich, dass die hier abgedruckten Erläuterungen keine offiziell genehmigte Fassung des DBV-Schiedsrichterausschusses ist. Diese auf die substanziellen Teile gekürzten Ausführungen wurden uns freundlicherweise von badminton.de zur Verfügung gestellt. Das gesamte neue Regelwerk ist sehr viel umfangreicher und wird auch Änderungen in Bezug auf Coaching und weitere Regelauslegungen beinhalten.

(1) Punkterwerb: Bei der Rallypoint - Zählweise wird für jeden Ballwechsel („Rally“) ein Punkt vergeben. 

(2) Aufschlagrecht: Als Aufschläger erhält man beim Gewinn des Ballwechsels einen Punkt, als Rückschläger einen Punkt und das Aufschlagrecht für den nächsten Ballwechsel. Es schlägt also stets die Seite auf, die den vorhergegangenen Ballwechsel gewonnen hat. 

(3) Stellung im Einzel (wie bisher bei der traditionellen Zählweise): Bei geradem eigenen Punktestand erfolgt Aufschlag von rechts, bei ungeradem von links. Das erste Aufschlagrecht wird ausgelost.

(4) Satzende normal: Gespielt wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte pro Satz, wobei am Satzende ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten erreicht sein muss. Gilt für alle Disziplinen, also auch für Dameneinzel.

(5) Satzende verlängert: Da bei 21:20 der Satz nicht zu Ende ist, wird solange weiter gespielt, bis eine Partei zwei Punkte Vorsprung hat – maximal allerdings bis 30 Punkte. Bei 29:29 führt der nächste Punkt zum Satzgewinn. Knappstes Satzergebnis ist also 30:29.

(6) Seitenwechsel dritter Satz: In einem dritten Satz sind beim erstmaligen Erreichen des Punktestandes 11 die Spielfeldseiten zu wechseln.

(7) Pausenregelung: Erreicht in einem Satz die führende Partei 11 Punkte, so gibt es eine Pause von einer (1) Minute. Zwischen zwei Sätzen (erstem zu zweiten, bzw. zweitem zu dritten) gibt es eine Pause von jeweils zwei (2) Minuten. In diesen Pausen darf das Spielfeld und die Umgebung des Spielfeldes verlassen werden. Die 5-Minuten-Pause vor dem dritten Satz entfällt.

Regelungen für die Aufschlagsituation in den Doppeldisziplinen:

(8) Reihenfolge der Aufschlagenden: Das Aufschlagrecht wechselt in folgender Reihenfolge zwischen den Spielern
- Erster Aufschläger (beginnt im rechten Aufschlagfeld)
- Partner des ersten Rückschlägers
- Partner des ersten Aufschlägers
- Erster Rückschläger
- Erster Aufschläger usw.

(9) Punktgewinn Aufschläger: Gewinnt die aufschlagende Partei den Ballwechsel, so schlägt der Aufschläger weiter auf. Er wechselt dann in das andere Aufschlagfeld und schlägt auf den Partner des ersten Rückschlägers auf. Bei mehreren Punktgewinnen wechselt er also immer zwischen dem rechten und linken Aufschlagfeld wie bei der traditionellen Zählweise.

(10) Punktgewinn Rückschläger: Gewinnt die rückschlagende Partei den Ballwechsel, so erhält sie Punkt und Aufschlagrecht. Wichtig: Die Positionen werden weder auf der Verliererseite noch auf der Gewinnerseite gewechselt. Die aus der traditionellen Zählweise vertrauten Positionierung, wer bei null beide rechts stand, steht bei eigenem geradem Punktestand rechts, gibt es nicht mehr. Es gibt auch keinen „zweiten Aufschlag“ mehr.

(11) Position: Das Aufschlagfeld aus dem nach Aufschlagwechsel – von jenem Spieler der nach (8) dran ist - aufgeschlagen wird, ergibt sich aus der Stellung, in der die Spieler zuletzt standen.  Ein Wechsel der Positionen hat trotz des Punktgewinns nicht stattgefunden, da dieser nur nach Punktgewinn bei eigenem Aufschlag erfolgt.
Die Spieler müssen sich zum Einnehmen ihrer Positionen also jeweils merken, wo sie zuletzt standen und nicht mehr – wie bei der traditionellen Zählweise -, wo sie bei null beide gestanden haben.


Von Martin Knupp (direkt aus Japan)
(6.5.06) Mit mehr erwartungsvoller Spannung als das Uber-Cup-Finale am Nachmittag wurde das Annual General Meeting (AGM) der IBF erwartet, das heute Vormittag im Keio Plaza Hotel in Tokio stattfand. Stand doch eine Entscheidung auf der Tagesordnung, die weitreichende Folgen für die Badmintonwelt hat. 

Aber es war ebensowenig spannend wie die 3:0-Spiele, die Chinas Damenriege hier hingelegt. Bei Punkt sieben der Tagesordnung "Laws of Badminton" erfolgten nur zwei Wortmeldungen. England sprach sich für eine Verlängerung der Testphase aus, Dänemark artikulierte Skepsis, ob die Satzdauer bis 21 die richtige sei. Aber beide Anmerkungen mündeten nicht einmal in förmliche Antraege. Dann erfolgte die Abstimmung. 

Ohne Gegenstimmen wurde beschlossen, dass die seit dem 1. Februar bei den internationalen Turnieren verwendete "Rallypoint-Zählweise" nun formal als offizielle Zählweise fuer den Badmintonsport gilt.

Es ist davon auszugehen, dass die Umsetzung im Bereich des DBV in gleicher Weise erfolgt wie bei den letzten Änderungen der Zählweise. Damals wurde in einem offiziellen Rundschreiben an die Landesverbände und Vereine mitgeteilt, zu welchem Zeitpunkt die neue Regel "für alle Spiele bei Turnieren und Mannschaftswettkämpfen in allen Ligen und Leistungsklassen" im Hoheitsgebiet des DBV in Kraft tritt. 

Als Datum wurde in der Vergangenheit der 1. August gewählt. Der DBV-Verbandstag am 17.Juni in Gera könnte natürlich diesmal eine andere Vorgehensweise beschliessen. 



Es ist somit davon auszugehen, dass die offiziellen Turniere im Bereich des DBV bis zu den Sommerferien noch nach der alten Zählweise stattfinden.
Warten wir somit auf Verlautbarungen des DBV, ob es so wie beschrieben abläuft..


Im Forum wurde von "moving-zen" die Zählweise wie folgt beschrieben:

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wie die viel diskutierte neue Zählweise denn nun eigentlich funktioniert? Dann habe ich hier für euch die ultimative Anleitung, basierend auf den Dokumenten, die bei badminton.de im englischen Original veröffentlicht wurden. 

Grundsätzliches:
Jeder Ballwechsel zählt und bringt der gewinnenden Seite des Ballwechsels einen Punkt, auch dann wenn sie nicht das Aufschlagrecht hatte. Außerdem erhält die Seite, die einen Ballwechsel gewinnt, immer (also kein zweiter Aufschlag mehr im Doppel) auch das Aufschlagrecht für den nächsten Aufschlag. 

Sowohl im Einzel wie im Doppel wird bis 21 gespielt. Wenn der Punktestand 20:20 erreicht wird, gewinnt die Seite den Satz, die zuerst 2 Punkte Vorsprung hat. Sollte keine Seite einen Zwei-Punkte-Vorsprung schaffen und es wird der Spielstand 29:29 erreicht, dann gewinnt die Seite, die die 30 Punkte schafft. 

Der Aufschlag erfolgt immer aus dem dem Spielstand entsprechenden Aufschlagfeld, also bei geradem Punktestand und bei Null von rechts, bei ungeradem Punktestand von links. 

Doppel:
Zusätzlich werden im Doppel die Aufschlagfelder getauscht, wenn bei eigenem Aufschlag ein Ballwechsel und somit ein Punkt gewonnen wird. Wird ein Ballwechsel bei gegnerischem Aufschlag gewonnen, bleiben die Spieler in ihren Aufschlagfeldern. Hierdurch wird erreicht, dass immer beide Spieler einer Seite abwechselnd aufschlagen. Jeder Spieler ist also bei jedem zweiten Gewinn des Aufschlagrechts an der Reihe aufzuschlagen und steht damit immer auch in dem entsprechenden Aufschlagfeld, so wie es dem Punktestand entspricht. 

Das hört sich jetzt kompliziert an, wird aber, wie ich finde, gut erklärt in dem angefügten *.pdf-Dokument. Schaut es euch mal in Ruhe an. 

Schiedsrichterzettel:
Für Schiedsrichter ist es jetzt auch einfacher geworden den Überblick zu behalten, wer aus welchem Feld das Aufschlagrecht wahrnimmt. Der Schirizettel wird im Doppel jetzt vier Zeilen mit Kästchen haben. Die Punkte werden zukünftig dann immer in der Zeile des entsprechenden Spielers eingetragen. Da beide immer abwechslend mit dem Aufschlag an der Reihe sind, und da jeweils aus dem Aufschlagfeld aufgeschlagen wird, das dem eigenen Punktestand entspricht, kann man mit diesen beiden Informationen immer sehr leicht die Positionen überprüfen. Ein Beispielblatt von badminton.de habe ich ebenfalls als *.pdf angefügt.