2010! Ein neues
Jahr, ein neues Jahrzehnt, eine neue Chance – eine Chance, aus dem Bundesleistungszentrum
Mülheim das Badminton-Zentrum Europas zu machen. Bis dahin ist es
ein langer Weg. Doch eine wesentliche Voraussetzung ist vorhanden: Ein
gut funktionierendes Team aus jungen, dynamischen Talenten und geballter
Trainerkompetenz, das bereit ist, diesen Weg gemeinsam – in guter Kooperation
zwischen BLV-NRW und DBV – zu beschreiten.
| Eine wesentliche Säule
des Zentrums ist das umgebaute Yonex-Badmintoninternat des Badminton-Landesverbandes
NRW, seit dessen Fertigstellung der frische Wind, der durch das Mülheimer
Haus des Sports weht, geradezu deutlich zu spüren ist. Hier können
sich Talente ab einem Alter von ca. 14 Jahren entfalten und werden bestmöglich
auf den nationalen und internationalen Wettkampf vorbereitet. Fragt man
die Internatsschüler nach ihren Zielen, Erwartungen und Hoffnungen
hört man Eines ganz klar heraus: Sie wollen Deutschlands Badmintonspitze
werden – mindestens!
Da hat man natürlich
die besten Chancen, wenn der Weg zum Training gerade einmal fünf Minuten
beträgt, findet auch die 14-jährige Jennifer Karnott. Sie besucht
das Internat seit Anfang August, und ist erstaunt über die rasche
Entwicklung, die sie macht. „Hier habe ich schon nach einem Monat erstaunliche
Verbesserungen merken können“, so die Schülerin des Gymnasiums
Luisenschule in Mülheim. Und auch die anderen Internatsschüler
finden, dass bis zu zweimal täglich individualisiertes Training eine
hervorragende Grundlage ist, um den eigenen Badmintontraum zu verwirklichen.
Neben dem erfolgten Aus-
und Umbau des Internats hat das Jahr 2009 eine weitere positive Neuerung
mit sich gebracht: Steffi Müller. Endlich eine Frau im Trainerteam!
Eine Bezugsperson und „Freundin“ insbesondere für die „Mädels“.
Steffi, selber eine ehemalige Spitzenspielerin und seit Juli Co-Landestrainerin
NRW, wohnt ebenfalls im Internat und bietet den Leistungssportlern neben
Training auch eine professionelle Physiotherapie. „Mit den positiven Veränderungen,
die die letzte Zeit mit sich gebracht haben, wie der Umbau und die neue
Trainerin, lässt es sich gut hier in Mülheim leben. Sonntags
freue ich mich sogar schon darauf, am Montag zurück zu sein“, so die
15-jährige Ramona Hacks, die ebenfalls seit Anfang August im Nachwuchsstützpunkt
Mülheim trainiert.
Zu den positiven Veränderungen
gehört noch einiges mehr: Gabriele Poste kümmert sich um ein
gemeinsames Mittagessen, darüber hinaus wurden im Zuge der Renovierung
eine Gemeinschaftsküche und ein voll ausgestatteter Aufenthaltsraum
bereitgestellt, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Die Rahmenbedingungen
passen also.
Doch es kommt noch besser:
Es stehen weitere Maßnahmen ins Haus, um den jungen Sportlern das
bestmögliche Zuhause und Trainingsumfeld zu bieten. Im Sommer 2010
wird auch die Trainingshalle an der Südstraße renoviert, um
den Spielern eine Sauna, einen neuen und topausgestatteten Kraftraum und
turniernahe Verhältnisse liefern zu können. „Die Anstrengungen
und Investitionen der letzten Monate haben sich schon jetzt ausgezahlt“,
findet Tobias Grosse, Leitender Landestrainer in Nordrhein-Westfalen und
des Nachwuchsstützpunktes Mülheim. „Die Rahmenbedingungen, die
geschaffen wurden und weiterhin geschaffen werden, sind meiner Meinung
nach nahe zu perfekt.“
Einer der Neuzugänge
und viel versprechenden Talente des BLV-NRW, Mark Byerly, hat in einem
kurzen Interview Rede und Antwort gestanden, um zu erläutern, was
alles mit dem Badmintoninternat verbunden ist. |
Ramona Hacks „schindet“
sich um die acht Einheiten pro Woche, um
ihre Badmintonträume
wahr werden zu lassen – und hat genug Grund zu lachen. |
Hi Mark! Wie gefällt
dir denn das Leben im Badmintoninternat Mülheim? Du bist ja mittlerweile
auch schon über ein halbes Jahr hier?!
Also, ich kann sagen, dass
es sich richtig gelohnt hat hier herzukommen. Ich habe das Gefühl,
dass ich wirklich reifer und selbstständiger geworden bin, seitdem
ich hier lebe. Schon alleine die Entscheidung zu treffen, meine Heimat
zu verlassen, hat mich ein Stück weit verantwortungsbewusster gemacht.
Ich wurde so zu sagen gezwungen, endlich mal Prioritäten zu setzen.
Was bedeutet es für
dich, Prioritäten zu setzen? Freunde und Familie zurück zu lassen,
um sich nur auf das Badmintonspiel zu konzentrieren?
Nein, das auf keinen Fall.
Ich sehe meine Familie immer noch jedes Wochenende, und meine Freunde habe
ich sozusagen Tag und Nacht um mich. Dazu kommt noch, dass ich immer mit
ihnen trainieren und mich dabei noch verbessern kann. Außerdem stärkt
das Zusammenleben auch das „Wir-Gefühl“ gegenüber Sportlern anderer
Landesverbände und Nationen. Prioritäten in sofern, als dass
ich jetzt ein deutliches Ziel vor Augen habe, und mich endlich in der Lage
fühle, es hier erreichen zu können, dabei aber trotzdem die Schule
nicht zu kurz kommen zu lassen.
Also würdest du
sagen, deine schulischen Leistungen sind konstant geblieben, seitdem du
hier bist?
Ja, wenn nicht sogar besser!
Ich strenge mich jetzt viel mehr an, um gute Noten zu bekommen. Ich weiß
ja, was es bedeutet hier sein zu dürfen. Außerdem nehmen die
Trainer auch sehr viel Rücksicht auf uns. Wenn wir z. B. im Lernstress
sind, verstehen sie es, wenn wir mal nicht zum Training kommen können.
Wie würdest du
ansonsten das Verhältnis zwischen euch und den Trainern beschreiben?
Die Trainer sind nicht nur
Trainer, sondern auch ganz klare Bezugspersonen. Sie wohnen teilweise mit
uns im Haus des Sports und sind somit immer da, wenn wir sie mal brauchen.
Sie sind über die Zeit sogar zu richtigen Freunden geworden und sind
immer unser erster Ansprechpartner.
Und sie haben auch
schon eine ganze Menge mit euch erreicht. Du z. B. bist 2009 Deutscher
Vizemeister im Einzel und Doppel geworden und spielst in der U17-Nationalmannschaft.
Was sind denn deine weiteren persönlichen Ziele?
Ich trainiere sehr hart,
um in nicht zu ferner Zukunft Deutscher Meister im Einzel zu werden. Danach
stehen mir dann, glaube ich, alle Türen offen.
Dann drücke ich dir
auf jeden Fall die Daumen, dass du deine Ziele erreichst und wir dich schon
bald ganz oben auf dem Treppchen bei der DM bewundern können. Vielen
Dank für das Gespräch. |
Manchmal ist Selbständigkeit
gefragt:
Mark Byerly als „Gourmetkoch“
in der
neuen Küche des Badminton-Internats
Mülheim. |
| Zahlen, Namen & Fakten
…
Das Yonex-Badminton-Internat
Mülheim:
c/o Badminton-Landesverband
NRW
Südstraße 23/25,
45470 Mülheim
Schüler am Vollzeitinternat:
Max Schwenger, Raphael Beck,
Fabian Scherpen, Mette Stahlberg, Fabienne Deprez, Mark Byerly, Lukas Mühlhaus,
Ramona Hacks, Jennifer Karnott
Schüler am Teilzeitinternat:
Lisa Heidenreich, Niklas
Niemczyk, Jasmin Wu, Daniel Hess
Pädagogische Betreuer:
Stefanie Müller, Matthias
Hütten, Tobias Grosse (Internatsleitung)
Partnerschulen:
Gymnasium Luisenschule
An den Buchen 36, 45470
Mülheim
Schulleiter: Bernd Troost
Realschule Stadtmitte
Oberstraße 92-94,
45468 Mülheim
Schulleiter: Gebhard Lürig
Unterbringung, Betreuung
und Verpflegung im Internat:
Die Unterbringung erfolgt
in Einzelzimmern, die im letzten Jahr komplett renoviert worden sind. Die
Kernbetreuung erfolgt über die im Haus des Sports lebenden Trainer
Matthias Hütten und Steffi Müller. Für die gemeinsame Mittagsverpflegung
ist Gabriele Poste zuständig. Im Rahmen der Internatsrenovierung wurden
eine Gemeinschaftsküche sowie ein Aufenthaltsbereich komplett eingerichtet.
Räume, die den Bewohnern rund um die Uhr zur Verfügung stehen.
Trainingsangebot:
Je nach Leistungsstärke
sind die Internatsathleten/innen diversen Trainingsgruppen zugeordnet:
Lisa Heidenreich und Fabienne Deprez trainieren als Mitglieder der Damen-Nationalmannschaft
unter der Leitung von Xu Yan Wang am Bundesstützpunkt für Dameneinzel,
Max Schwenger, Fabian Scherpen, Raphael Beck und Niklas Niemczyk unter
Holger Hasse am Bundesstützpunkt Jugend, während Mette Stahlberg,
Mark Byerly, Lukas Mühlhaus, Ramona Hacks, Jennifer Karnott, Jasmin
Wu und Daniel Hess am Nachwuchsstützpunkt mit Marcus Busch, Steffi
Müller und Tobias Grosse arbeiten.
Bei allen Nachwuchsathleten
ab der Altersklasse U 15 sind es mindestens zwei Trainingseinheiten im
Vormittagsbereich und insgesamt sechs Badmintoneinheiten sowie zwei bis
drei Athletikeinheiten pro Woche , die auf dem Programm stehen.
Schulische Unterstützung:
Die Luisenschule Mülheim
verfügt als „Partnerschule des Leistungssports“ über 18 Deputatstunden
wöchentlich, die zur zusätzlichen Unterstützung der Badmintonschüler
zur Verfügung stehen. Je nach individuellem Leistungsstand wird von
Lehrern der Luisenschule Förderunterricht durchgeführt. |
Eine, die schon richtig
erfolgreich war und eine, die es unter ihrer
Anleitung noch werden möchte:
Steffi Müller & Jennifer Karnott. |
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