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21.11.2009
Fieber! Das Ende aller Hoffnungen für Lisa Heidenreich
Es war nicht die Weltmeisterschaft der deutschen U19-Auswahl. Malaysia 2009 war insbesondere von einem geprägt: Von Krankheiten, und das nicht zu knapp. Los ging es mit Fabian Holzer, dessen Blinddarmentzündung ihn kein einziges Spiel absolvieren ließ. Dann kam das Fieber – und prasselte nahezu auf jeden Teilnehmer hinab. Auch Lisa Heidenreich vom Zweitligisten 1. BC Düren, neben Fabienne Deprez die zweite NRW-Starterin, erwischte es. Und ließ alle Hoffnungen der 18-Jährigen auf ein Top-Resultat und die Bestätigung des Setzplatzes 5/8 in der Hitze zerbröseln. Die BR schaut gemeinsam mit Lisa auf die WM zurück.

BR: Du warst im Einzel an 5 bis 8 gesetzt und hattest mit der Österreicherin Alexandra Mathis in der ersten Runde eine vermeintlich leichte Gegnerin. Es sah gut aus – bis das Fieber kam.
Lisa: Ja, so sieht’s aus. Ich habe am Abend vor dem Spiel starke Kopfschmerzen bekommen. Unser Physio Rudi Allgeier hat Fieber gemessen, das Resultat ist ja bekannt. Wir haben es dann über Nacht mit Wadenwickeln und Orangensaft versucht.

BR: Aber es hat nicht gereicht!
Lisa: Nee, hat es nicht. Ich habe es dann zwar versucht, aber sobald die Ballwechsel ein bisschen länger gedauert haben, wurde mir schwindelig und ich habe keine Luft mehr bekommen. Im zweiten Satz habe ich dann einfach jeden Ball runter gespielt, das hat ganz gut geklappt. Aber im dritten war ich einfach total platt und es ging gar nichts mehr. Zum Doppel mit Alina Hammes bin ich dann gar nicht mehr angetreten.

BR: Vor dem Individualturnier gab’s ja noch den Team-Wettkampf. Deutschland ist 17. geworden. Wie bewertest du das Abschneiden?
Lisa: Hm, es war okay. Gegen Thailand hatten wir keine Chance, gegen Vietnam ist es doof gelaufen. Wir hatten gehofft, dass wir dieses Spiel etwas knapper halten können. Nach den beiden Niederlagen in der Gruppe war nur noch Platz 17 drin. Den haben wir immerhin geholt.

BR: Wie waren deine eigenen Auftritte?
Lisa: Ich war in drei Einzeln und in einem Doppel aufgestellt. Tatsächlich gespielt habe ich dann zweimal, bei den anderen Partien waren die Spiele vorher entschieden. Gegen Thailand durfte ich gegen die spätere Weltmeisterin Ratchanok Intanon ran. War ein gutes Spiel, 14 und 12 Punkte. Der Sieg gegen Macau war eigentlich ungefährdet.

BR: Malaysia war deine zweite und letzte U19-WM, 2008 warst du in Indien mit dabei. Was waren die größten Unterschiede?
Lisa: Definitiv der Ausrichtungsort. Im indischen Puna gab’s nur die Halle und das Hotel, nichts drum herum. Und sehr viel Armut. Jetzt in Alor Setar war etwas mehr los, das war angenehm. Ansonsten war es super heiß, nachts hat’s fast immer geregnet und auf den Straßen lagen Unmengen von Müll rum. Der hat übrigens richtig gestunken.

BR: Hattet ihr Gelegenheit, etwas Nettes zu unternehmen?
Lisa: Einen Tag vor der Abreise sind wir mit der Fähre auf die Insel Langkawi gefahren. War super dort, Wetter war toll und wir sind Jet-Ski gefahren. Hat Spaß gemacht. Naja, und die Eröffnungsfeier war ganz nett. Ich habe zwar eine Wette gegen Inken Wienefeld verloren und musste 5,- Euro zahlen. Aber die haben sich gelohnt…

BR: Ende der Saison ist deine „Jugend“ vorbei, du machst Abi an der Luisenschule Mülheim und trittst ausschließlich bei den Erwachsenen an. Schon eine Idee, was dann kommt?

Lisa: Naja, ich könnte mir sehr gut vorstellen, über die Sportförderkompanie bei der Bundeswehr anzufangen und parallel dazu ein Fernstudium wie Sportmanagement zu absolvieren.

BR: Du willst also auf die Karte Badminton setzen?
Lisa: Ja, will ich.

Tobias Grosse