| Es war nicht die Weltmeisterschaft
der deutschen U19-Auswahl. Malaysia 2009 war insbesondere von einem geprägt:
Von Krankheiten, und das nicht zu knapp. Los ging es mit Fabian Holzer,
dessen Blinddarmentzündung ihn kein einziges Spiel absolvieren ließ.
Dann kam das Fieber – und prasselte nahezu auf jeden Teilnehmer hinab.
Auch Lisa Heidenreich vom Zweitligisten 1. BC Düren, neben Fabienne
Deprez die zweite NRW-Starterin, erwischte es. Und ließ alle Hoffnungen
der 18-Jährigen auf ein Top-Resultat und die Bestätigung des
Setzplatzes 5/8 in der Hitze zerbröseln. Die BR schaut gemeinsam mit
Lisa auf die WM zurück.
BR: Du warst im Einzel an
5 bis 8 gesetzt und hattest mit der Österreicherin Alexandra Mathis
in der ersten Runde eine vermeintlich leichte Gegnerin. Es sah gut aus
– bis das Fieber kam.
Lisa: Ja, so sieht’s aus.
Ich habe am Abend vor dem Spiel starke Kopfschmerzen bekommen. Unser Physio
Rudi Allgeier hat Fieber gemessen, das Resultat ist ja bekannt. Wir haben
es dann über Nacht mit Wadenwickeln und Orangensaft versucht.
BR: Aber es hat nicht gereicht!
Lisa: Nee, hat es nicht.
Ich habe es dann zwar versucht, aber sobald die Ballwechsel ein bisschen
länger gedauert haben, wurde mir schwindelig und ich habe keine Luft
mehr bekommen. Im zweiten Satz habe ich dann einfach jeden Ball runter
gespielt, das hat ganz gut geklappt. Aber im dritten war ich einfach total
platt und es ging gar nichts mehr. Zum Doppel mit Alina Hammes bin ich
dann gar nicht mehr angetreten.
BR: Vor dem Individualturnier
gab’s ja noch den Team-Wettkampf. Deutschland ist 17. geworden. Wie bewertest
du das Abschneiden?
Lisa: Hm, es war okay. Gegen
Thailand hatten wir keine Chance, gegen Vietnam ist es doof gelaufen. Wir
hatten gehofft, dass wir dieses Spiel etwas knapper halten können.
Nach den beiden Niederlagen in der Gruppe war nur noch Platz 17 drin. Den
haben wir immerhin geholt.
BR: Wie waren deine eigenen
Auftritte?
Lisa: Ich war in drei Einzeln
und in einem Doppel aufgestellt. Tatsächlich gespielt habe ich dann
zweimal, bei den anderen Partien waren die Spiele vorher entschieden. Gegen
Thailand durfte ich gegen die spätere Weltmeisterin Ratchanok Intanon
ran. War ein gutes Spiel, 14 und 12 Punkte. Der Sieg gegen Macau war eigentlich
ungefährdet.
BR: Malaysia war deine zweite
und letzte U19-WM, 2008 warst du in Indien mit dabei. Was waren die größten
Unterschiede?
Lisa: Definitiv der Ausrichtungsort.
Im indischen Puna gab’s nur die Halle und das Hotel, nichts drum herum.
Und sehr viel Armut. Jetzt in Alor Setar war etwas mehr los, das war angenehm.
Ansonsten war es super heiß, nachts hat’s fast immer geregnet und
auf den Straßen lagen Unmengen von Müll rum. Der hat übrigens
richtig gestunken.
BR: Hattet ihr Gelegenheit,
etwas Nettes zu unternehmen?
Lisa: Einen Tag vor der
Abreise sind wir mit der Fähre auf die Insel Langkawi gefahren. War
super dort, Wetter war toll und wir sind Jet-Ski gefahren. Hat Spaß
gemacht. Naja, und die Eröffnungsfeier war ganz nett. Ich habe zwar
eine Wette gegen Inken Wienefeld verloren und musste 5,- Euro zahlen. Aber
die haben sich gelohnt…
BR: Ende der Saison ist deine
„Jugend“ vorbei, du machst Abi an der Luisenschule Mülheim und trittst
ausschließlich bei den Erwachsenen an. Schon eine Idee, was dann
kommt?
Lisa: Naja, ich könnte
mir sehr gut vorstellen, über die Sportförderkompanie bei der
Bundeswehr anzufangen und parallel dazu ein Fernstudium wie Sportmanagement
zu absolvieren.
BR: Du willst also auf die
Karte Badminton setzen?
Lisa: Ja, will ich.
Tobias Grosse |