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01.06.2009
Lisa feierte ihre Länderspiel-Premiere 
– und kassierte einen Paukenerguss
War das eine Premiere für Lisa Heidenreich vom 1. BC Düren. Ihr erstes A-Länderspiel absolvierte die 18-jährige Schülerin des Yonex Badmintoninternates Mülheim in Warschau gegen Polen. Aber Pustekuchen: Keine Polin als Gegnerin, sondern die gebürtige Chinesin Wang Linling, die auch in Deutschland eine gute Bekannte ist. Einige Monate trainierte sie am Bundesstützpunkt der Damen in Mülheim mit – dort, wo jetzt Lisa täglich zu Werke geht. Das Premierenspiel hatte – dem Ergebnis nach - nicht so in sich, 7:21 / 7:21 endete die Begegnung. Trotzdem gab’s für Lisa nach der Partie ein Lob von Bundestrainer Jakob Hoi: „Er hat gesagt, dass ich ganz zufrieden sein kann. Aber dass ich daran arbeiten muss, Fehler zu vermeiden“, so Lisa. Die selber recht zufrieden war: „Wir haben lange Ballwechsel gespielt, das war schon okay.“ Gar nicht okay war der Gesundheitszustand. Schon vor dem Trip nach Warschau gab’s eine Erkältung. Der Flug und die verschiedenen Druckverhältnisse machten es noch schlimmer: Ein Paukenerguss war die Resultat, Antibiotika und Pause die Folge. „Aber es war trotzdem ganz lustig und cool in Warschau, auch wenn die Stimmung doch recht dürftig war“, meinte Lisa.

Für Fabienne Deprez gab es nach vielen silbernen und bronzenen Medaillen in der zurückliegenden Saison endlich mal wieder eine goldene. Beim Sechs-Nationen-Turnier der Altersklasse U17 feierte die 17-Jährige den Turniersieg im Dameneinzel. Im dänischen Skaeskor setzte sich Fabienne, die ebenso wie Lisa am Bundesstützpunkt Mülheim lebt und trainiert, im Finale gegen die Dänen Lene Clausen durch, der sie im Mannschaftsturnier noch unterlegen hatte. „Im Mannschaftsturnier habe ich richtig auf den Deckel bekommen“, erinnert sich Fabienne. „Da war ich sehr verkrampft, weil ich unbedingt gewinnen wollte. Im Individualturnier wollte ich dann einfach mehr Punkte machen und bin locker rein gegangen.“

Für Fabienne war es der erste Turniersieg seit geraumer Zeit – und eine große Erleichterung. „Die Saison war für mich nicht so gut gelaufen. Okay, ich habe nicht so viele Jugendturniere gespielt, aber die haben halt nicht so geklappt.“ Hinten raus funktionierte es umso besser. Der Silbermedaille bei der U19-Europameisterschaft im Mixed folgte der Turniersieg im Dameneinzel beim 6 Nations und dazu noch Bronze im Damendoppel mit der Engländerin Jessica Fletcher. „Das war schon ein schönes Gefühl“, bestätigte Fabienne.

Die sich außerdem über Rang zwei im Teamwettbewerb freuen durfte. Nur gegen Dänemark gab’s eine Niederlage, mit 1:8 aber eine knackige. „Aber wir haben vier Spiele in drei Sätzen verloren“, so Fabienne. Es hätte auch knapper ausgehen können.“ Besonders erfreulich aus NRW-Sicht: Mit Fabienne, Raphael Beck, Fabian Scherpen, Kira Kattenbeck und Lena Bonnie stellte NRW fünf der zwölf Teammitglieder. Und gerade Raphi, Kira und Lena waren gegen Dänemark ganz knapp dran am Sieg. In den Doppeln gab’s für die Drei (Raphi & Thomas Legleitner / Kira & Lena) nur hauchdünne Niederlagen.

Nicht international, aber doch über die NRW-Grenzen hinweg, waren die U13er aktiv. Bei der zweiten Auflage des U13-Gruppenpokals in Goldbach – einem Mannschaftsturnier, bei dem je zwei Teams der vier Gruppen im DBV (Nord, Mitte, Südost, West (= NRW)) gegeneinander antreten – langte es für das Team NRW 1 zum Turniersieg! Die Zweitvertretung – ähnlich stark besetzt – landete auf Rang fünf und komplettierte das tolle Ergebnis des NRW-Nachwuchses. „Wir haben in Goldbach von 50 Spielen mit Jungenbeteiligung 45 gewonnen“, so Coach Dominik Miltner. „Das ist doch wohl eine beeindruckende Statistik.“ David Peng, Max Weißkirchen, Yannic Wenk, Nico Jansen (alle Team 1), Philipp Zieschang, Alex Schmitz, Niklas Kampmeier und Simon Reinhardt (alle Team 2) waren die NRW-Jungen, bei den Mädels traten Eva Janssens, Christina Schnabel, Cara Noreen Frey (West 1), Hannah Combüchen, Dinah Riss, Judith Petrikowski und Selina Kloth (West 2) an. „Die Mädels hatten es noch etwas schwerer“, so Dominik Miltner. „Aber die Leistungsunterschiede sind nicht so groß, da geht noch was. Und gerade die Jüngeren sind ja jetzt schon richtig gut dabei.“

Tobias Grosse