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01.04.2006
„Runderneuterte“ Federbälle gegen die hohen Preise
 (siehe auch ganz unten)
Federball-Recycling im Kampf gegen Gänsefeder-Knappheit

Die Medien berichteten in den letzten Wochen mehrfach über die Folgen der Vogelgrippe für den Badmintonsport. 
siehe auch badminton.de
 
Ulrich Schaaf, NRW-Präsident und Badmintonversandhändler aus Hövelhof, 
stand der Berliner Zeitung Mitte März für ein Interview zur Verfügung. 

Falls Naturfederbälle nicht mehr aus den asiatischen Ländern importiert 
werden dürften, sieht er dramatische Änderungen auf unseren Sport zukommen. 
Sechs Millionen Federbälle werden in Deutschland derzeit verbraucht, 
90 % davon kommen aus China. 

Bis Ende des Jahres rechnet er mit einer Verknappung und einer 
Preiserhöhung von zwanzig Prozent. 

Die Spieler müssten sich dann aber auf Plastikbälle umstellen“ 
mit der Folge: 
"Das ganze Badmintonspiel würde sich schlagartig ändern." 

Auch n-tv.de berichtet in seiner 
Sport-Berichterstattung über 
knappe Gänsefedern. 

Dort erläutert DBV-Vizepräsident 
Gerd Pigola, EX-DDR-Meister 
mit guten Kontakten zu den 
östlichen Nachbarn, 
den Unterschied zwischen 
Plastik- und Federbällen 
mit dem Resümee: 

Ästhetik des Badmintonsports bedroht“ 
und 
„Ohne Naturfedern geht es nicht" .


 

Foto: Johannes Rehaag
Dort setzten einige führende Ballhändler an: 
Sie haben in den letzten Wochen geprüft, inwieweit 
sie auf europäische Firmen zurückgreifen können. 

Die letzten Firmen in Europa, die noch Naturfederbälle 
selbst hergestellt haben, hat es in Polen gegeben. 
Dort gibt es auch noch viele polnische Arbeiter, die 
handwerklich diese Tätigkeiten noch kennen und 
auch beim derzeitigen Lohnniveau bereit wären, 
diese aufwändige Handarbeit zu leisten.

Ziel der Überlegungen ist es, die gebrauchten Bälle 
nicht mehr wegzuwerfen, sondern durch 
Rückgabe an die Händler einer Wiederverwertung 
zuzuführen. 

Heinz Gehrke aus Bottrop, 
Senioren-Europameister und Händler aus Bottrop, 
erläuterte das vorgesehene Verfahren.
 
Wiederverwendbar sind die Federn und der Kork
Voraussetzung für die Rückgabe und Aufbereitung ist, 
dass die Feder zwar „abgespielt“, aber noch fast komplett 
vorhanden ist. Die Federbälle werden nach dem Transport 
nach Polen zunächst zerlegt. 

Die Federn werden nach Qualität und Größe sortiert, 
gedämpft und geglättet und imprägniert. 

Der Kork wird, soweit noch brauchbar, gepresst und gestärkt. 
Die alten Löcher werden versiegelt, der Kork wird mit neuem 
Leder versehen. 

Jeweils 16 „runderneuerte“ Federn werden im 
halbautomatischen Verfahren, wie es vor Jahren in Polen 
benutzt wurde, mit Hilfe der noch vorhandenen alten 
Maschinen der end-achtziger Jahre mit dem Kork verbunden, 
neu verschnürt und verklebt. 


Foto: Johannes Rehaag

Die Bälle werden dann mit neuem Markennamen erscheinen und zunächst in einer Testphase den National- und Landeskadern sowie Bezirksstützpunkten für Trainingszwecke zum Kauf angeboten. Auch interessierte Vereine können sich ebenfalls für diese Testphase zum Einstiegspreis bewerben. 

So wird es in den nächsten Tagen die ersten konkreten Angebote einiger Händler geben, beim Kauf von Bällen (ab 25 Rollen) und gleichzeitiger Rückgabe gebrauchter Bälle je nach Qualität zwischen 10 und 20 % Rabatt zu erhalten und somit die Preissteigerungen in etwa aufzufangen. 
 
Ulrich Schaaf
(hier nach den Gesprächen mit der Firma Yonex) 
berichtete, dass die Überlegungen noch weiter gehen: 

Sofern der Kunde bereits selbst die Bälle zerlegt 
und dabei Federn, Kork und Rest voneinander trennt
werden die Ersparnisse noch größer, 
da neben dem Wegfall der Zerlege-Arbeit 
auch die Transportkosten sinken. 

Also heißt es ab jetzt: 
Bälle nicht mehr wegwerfen, sondern sammeln und vorsortieren 

nach dem Motto: 
„Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“.

Es könnte sich lohnen.


Aber leider gab es das alles nur am 1. April:

Mehr Informationen dazu siehe auch im Forum