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13.09.2004
28. Olympische Sommerspiele Athen 2004 (13. – 29. August 2004)

OLYMPIA  SPLITTER
 und 
Mein Olympia, ein Reisebericht 

von Horst Rosenstock

Und sie haben es doch geschafft!
Allen Unkenrufen zum Trotz sind die Griechen noch rechtzeitig fertig geworden mit allen Bauten und Verkehrswegen. Es lief prächtig, alles ohne das befürftete Chaos, kein Stau und beste Informationen, wirklich eine runde Sache.
 
NRW dabei!
Natürlich war unser Landesverband beim Badminton Turnier dabei, neben unseren Aktiven Juliane Schenk (Union Lüdinghausen) und Björn Joppien (FC Langenfeld), saß Schiedsrichter Ausschussbeisitzer Günter Wagner (BAT Bergisch Gladbach) als Linienrichter am Spielfeld. Nun schon zum vierten Mal mit von der Partie, Stützpunkt und Bundesligatrainer Rachmat  Hidajat (Dortmund), wie bisher immer, war er für seinen Arbeitgeber (Yonex) im Einsatz und für die Spielfelder und Bälle mitverantwortlich.

Badminton Prominenz in der Goudi Olympic Hall!
Natürlich durften auch unsere Verbandsspitzen nicht fehlen, so sah man neben dem DBV Präsidenten Prof. Dieter Kespohl auch unseren NRW Präsidenten Ulrich Schaaf in der Badminton Arena. 

Stimmung ausgezeichnet!
War die Halle auch nicht immer ausverkauft, so sorgten die Fan Gruppen der einzelnen Nationen doch stets für Hochstimmung insbesondere die Chinesen taten sich hier hervor, bei jedem Punkt für ihre Landsleute ging die „ROTE WAND“ in Form von riesigen Transparenten und Fahnen in die Höhe. Nicht minder aktiv war die Kolonie der Indonesier welche ihre Landsleute prächtig unterstützten.

Bundesliga stark vertreten!
Zahlreiche Teilnehmer am Olympischen Badminton Turnier spielen bei uns in der Bundesliga, neben den 6 Deutschen Aktiven, sah man am Start aus den aktuellen Bundesliga Mannschaften. 1. Bundesliga: Przemyslaw Wacha (POL, FC Langenfeld), Nikhil Kanetkar (IND, 1.BC Bischmisheim), Anthony Clark (ENG, 1.BC Beuel), Neli Boteva (BUL, PSV Ludwigshafen) und Robert Blair (ENG, SG EBT Berlin) 2.BL Nord: Robert Mateusiak (POL, BW Wittorf) und Michal Logosz (POL, VfB Lübeck) 2.BL Süd: Antti Vittikko (FIN, Fortuna Regensburg) Darüber hinaus auch viele ehemalige Bundesliga Stars, wie z.B Chris Bruil (NED) und Rikke Olsen (DEN) beide Bayer Uerdingen, Lars Paaske (DEN) VfB Friedrichshafen, sowie Lotte Jonathans(NED) und Jens Eriksen (DEN) beide Südring Berlin. Auch der Silber Medaillen Gewinner im Gemischten Doppel, Nathan Robertson (ENG) spielte frührer in der deutschen Elite Klasse.

Horst Rosenstock 


Nun war es wieder soweit, zum achten Mal dürfte ich die Olympischen Sommerspiele besuchen.  Angefangen hat alles 1972 mit den Spielen in München, wo ich bei der Badminton Demonstration als Schiedsrichter dabei sein dürfte. Von nun an hatte mich der olympische Virus angesteckt und ließ mich nicht  mehr aus seinen Klauen. Über die Stationen Moskau, Los Angeles, Seoul, Barcelona, Atlanta und Sydney diesmal also in die Heimat Olympias nach Athen.  Zum sechsten Mal haben die Spiele nun schon einen Bezug zu unserem geliebten Badminton Sport, nach der Demo in München und dem Ausstellungswettbewerb in Seoul sind wir Badminton Fans seit Barcelona  ja fest im Programm und dies bleibt hoffentlich noch lange so.

Ein besonderes Erlebnis sollten die Athener Spiele diesmal wieder für mich werden, war ich doch, wie schon 1996 in Atlanta,  ausgestattet mit einer Presse Akkreditierung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für unsere Badminton Rundschau, an dieser Stelle geht mein besonderer Dank  an Ulrike Thomas, welche mich als Redakteurin der BR bei der  Beschaffung sehr unterstützt hat.  Damit ist man dann Mitglied der Olympischen Familie und vieles wird leichter, angefangen bei den Transporten zu den Wettkampfstätten und Hotels wie insbesondere auch der Zutritt zu den Pressezentren und dem Deutschen Haus äußerst angenehm ist. Man ist praktisch rund um die Uhr mit den neuesten Infos bestens versorgt, die Einladung zur täglichen Pressekonferenz der Deutschen Olympia Mannschaft kommt  pünktlich am Vorabend per SMS. 

Nun zu den Spielen in der schönen „Goudi Olympic Hall“, es war eigentlich wie immer seit 1992, die Medaillen gingen zum Großteil an die asiatischen Länder China (5), Indonesien(3) und Südkorea(4). Drei Plaketten blieben diesmal in Europa, schon eine Steigerung, ging doch in Barcelona und Atlanta nur je einmal Edelmetall an Dänemark und in Sydney war es einmal Silber (DEN) und Bronze (ENG) für die europäischen Spieler. Etwas überraschend, dass die  Chinesen, weder im Herren Einzel noch im Herren Doppel Medaillen gewinnen konnten.

Über die Ergebnisse der Deutschen Spieler hat Frau Thomas schon in der BR 09/04 berichtet, so möchte ich doch kurz auf die einzelnen Disziplinen zurückkommen, wo es doch zum Teil erhebliche Überraschungen gab.

Im Herren Einzel schied der an Nr. 1 gesetzte Chinese Dan Lin bereits im ersten Spiel aus, die Nr. 2 Hong Chen (CHN) erwischte es dann im Viertelfinale, am Ende gewann der ungesetzte Indonesier Taufik Hidayat, welcher im gesamten Turnier nur einen Satz abgab.

Das Damen Einzel sah dann im Halbfinale die vier Top gesetzten Spielerinnen wieder, dann gelang es der Niederländerin Mia Audina jedoch die Nr. 1 Ruina Gong (CHN) in zwei Sätzen auszuschalten und im Finale gab sie sich erst in drei Sätzen gegen Ning Zhang (CHN) geschlagen.

Im Herren Doppel dann die nächsten  Überraschungen, weder die Nr. 1 Laars Paaske / Jonas Rasmussen (DEN) wie auch die an zwei gesetzten Haifeng Fu /
Yun Cai konnten die Vorschlussrunde erreichen. Olympia Sieger wurden die an 3 gesetzten Koreaner Dong Moon Kim / Tae Kwon Ha gegen ihre ungesetzten Landsleute Dong Soo Lee / Yong Sung Yoo.

Das Damen Doppel verlief ohne Überraschungen, die auf den Positionen 1 – 4 gesetzten Paarungen erreichten das Halbfinale. Im Endspiel dann der erwartete Sieg von Jiewen Zhang / Wei Yang (CHN) über Sui Huang / Ling Gao. Den totalen chinesischen Triumph, wie in Sydney, verhinderten die Koreanerinnen Kyung Min Ra / Kyung Won Lee mit einem Dreisatzsieg über Zhao / Wie.

Sensationell verlief das Gemischte Doppel, die haushohen Favoriten Kim / Ra aus Korea unterlagen bereits im Viertelfinale den Dänen Rasmussen / Olsen. Im Halbfinale damit gleich drei europäische Paarungen. Im Endspiel jedoch siegten dann die Titelverteidiger Zhang / Gao (CHN) gegen die britische Paarung Nathan Robertson / Gail Emms in einem dramatischen Dreisatzspiel. Im rein dänischen Duell um die Bronze Medaille gewannen Jens Eriksen / Mette Schjoldager gegen Rasmusen / Olsen klar in zwei Sätzen.

Alles in Allem wieder ein tolles Turnier, welches allerdings mehr Zuschauer verdient gehabt hätte, der Besuch war doch teilweise recht kläglich.


Die Medaillen Gewinner von Athen 2004

Herren – Einzel
Gold   Taufik Hidayat (INA)
Silber   Seung Mo Shon (KOR)
Bronze Soni Dwi Kuncoro (INA)

Damen – Einzel
Gold Ning Zhang (CHN)
Silber Mia Audina (NED)
Bronze Ruina Gong (CHN) 

Herren – Doppel
Gold Dong Moon Kim / Tae Kwon Ha (KOR)
Silber Dong Soo Lee / Yong Sung Yoo (KOR)
Bronze Eng Hian / Flandy Limpele (INA)

Damen – Doppel
Gold Jiewen Zhang / Wei Yang (CHN)
Silber Sui Huang / Ling Gao (CHN)
Bronze Kyung Min Ra / Kyung Won Lee (KOR)

Gemischtes Doppel       
Gold Jun Zhang / Ling Goa (CHN)
Silber Nathan Robertson / Gail Emms (ENG)
Bronze Jens Eriksen / Mette Schjoldager (DEN)

Horst Rosenstock