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| Medaillenregen
auch für Deutschland
(NRW-Spieler fett gedruckt) Gold
Silber
Bronze
weitere 3.Plätze
(ohne Bronze-Medaille)
Medaillenspiegel (von Horst Rosenstock)
Alle Ergebnisse
der Vor- und Finalrunden
Weltmeister und Platzierte
O40
O45
O50
O55
O60
Berichte "Zweimal NRW-Bronze durch
M.Wessels (DE) und B.Wessels/G.Prenzel (HD)"
Das etwa 40 Spieler umfassende deutsche Team in den Altersklassen O35 bis O60 brachte es schließlich auf fünf Gold- und drei Silber-Medaillen. Dazu kam noch zwölfmal der dritte Platz. Leider wurde dieser dritte Platz nur siebenmal mal mit einer Bronze-Medaille und einer Siegerehrung belohnt. Sechs Spieler bzw. Paarungen schauten in die Röhre, weil die IBF nicht alle Dritten für eine Ehrung würdig befand. Wer den dritten Platz über Gruppenspiele erreichte, hatte Pech, wer nach den Gruppen noch ein Halbfinale im KO-System spielte, hatte Glück. Verstanden haben wir es nicht, und ändern konnten wir es trotz einiger Proteste auch nicht mehr. Im Gegensatz zu den Dänen
und Engländern, mussten die Deutschen sich selbst um Anreise und Quartiere
und deren Finanzierung kümmern. So gab es diverse Reisegruppen und
auch unterschiedliche Hotels, und am Montag war auch der letzte Teilnehmer
(trotz anfangs fehlendem Reisepass) eingetroffen. Aber in der Halle wurden
die ‚Germans’ zu einer Macht und mit Sicherheit die beste und lauteste
Fangruppe, wenn sich deutsche Spieler auf dem Spielfeld tummelten. Ausgerüstet
mit Fahnen, Ratschen und Plastikflaschen hörte man schon von weitem,
wo es zur Sache ging. Rolf Bender und Renate Knötzsch übernahmen
die nicht immer dankbare Aufgabe der Delegationsleitung und Organisation.
Es begann überall mit Gruppenspielen. Nur die Sieger durften in den KO-Runden weiterspielen. Insofern spielte die Auslosung schon eine bedeutende Rolle. Nicht immer konnte man die Setzlisten nachvollziehen. In ein paar (zu wenig) Fällen konnten diverse Proteste für eine Neuauslosung sorgen. Generell waren die Chancen
so verteilt: je älter der Jahrgang, desto größer die Chancen
für die Deutschen.
Bei den O40-ern gelang in einem sehr starken Feld dem Damendoppel Heidi Bender / Angelika Walter (Bremen/ SCU Lüdinghausen) ein medaillenloser dritter Platz. Im Mixed scheiterte Heidi mit Andreas Benz (Radebeul) im Viertelfinale. Platz sechs erreichte Angelika Walter mit Carsten Großgebauer. Für das ‚jüngste’ Gold sorgte die in Düsseldorf wohnende Heidi Bender dann aber im Dameneinzel O45. Sie blieb in der Vorrunde ohne Punktverlust (!!!) und schlug im Finale Christine Black (Schottland) 11-5, 11-4 . Diese hatte im Halbfinale Marlies Wessels (STC BW Solingen) mit 13-12, 11-4 geschlagen. Marlies hatte sich zuvor mit zwei Drei-Satz-Siegen die erste WM-Medaille für NRW gesichert. Im Mixed wurden Bernd und Marlies Wessels Gruppenzweite und kamen insgesamt auf Platz sechs, nachdem bereits im ersten Spiel die späteren Weltmeister Travers/Black (SCO) die Gegner waren. Larry Wolters (Hüls) und Regina Saddeler (Witzhelden) standen in den Einzeln vor nicht lösbaren Aufgaben ebenso wie Wessels / Saddeler im Damendoppel. Das zweite Gold holten im Herrendoppel O50 die Greifswalder Zwillinge Edgar und Erfried Michalowski, die im Finale die Engländer Cocker/Hamblett 15-7, 15-13 schlugen. Die zweite Bronze-Medaille für NRW holten hier Bernd Wessels und Günter Prenzel (STC BW Solingen / TV Witzhelden), die den Engländern im Halbfinale erst im dritten Satz unterlagen. Die Mixed-Silbermedaille gewannen Erfried und Angela Michalowski, die Cocker/Bartlett (ENG) mit 8-15, 13-15 unterlagen. Bronze holte auch Edgar Michalowski im Herreneinzel. Bernd Wessels verpasste im Einzel nach zwei Siegen als Gruppenzweiter das Viertelfinale. K.P. Lienig (TV Witzhelden) schied ebenfalls in der Vorrunde aus. Lienig / Wolters reichte ein Herrendoppel-Sieg in der Vorrunde nicht zum Weiterkommen. Im Mixed war für K.P. Lienig mit Helga Peeck ebenfalls in der Vorrunde Schluss. Gold gab es auch bei O55, nämlich im Damendoppel durch die Münchenerinnen Heidi Menacher / Traudl Remmele, die im Finale mit 10-15, 15-11, 15-10 Nielsen / Ukk (DEN / RUS) nach starker kämpferischer Leistung niederrangen. Platz drei im DD für die Norddeutschen Renate Gabriel und Renate Knötzsch. Renate Knötzsch hatte im DE-Finale gegen Ludmilla Ukk keine Chance und konnte sich über die Silbermedaille freuen. Traudl Remmele wurde Dritte. Bronze im Herreneinzel holte Peter Gerth (Berlin). Peter Honnen verpasste mit dem fünften Platz im Einzel den Medaillenrang nur knapp. Bronze gab es im Herrendoppel durch die ‚Ur-Bayern’ Trevor Stewart und Karl Füssl, die das Halbfnale in einem sehenswerten Spiel gegen den Engländer David Eddy und den bulgarischen Präsidenten Dr.Puzant Kassabian in drei Sätzen erkämpften. Nach deutlichen Ausbällen, die der Linierichter ‚In’ gab, kam der entschuldigenden Kommentar an die Spieler: „ muss ich IN geben, ist doch der Präsident.“ Äußerst knapp verpassten Reinhard Wilhelm (Herten) und Peter Honnen (Witzhelden) das Finale, nachdem sie im Gruppenspiel nach Führung im dritten Satz noch 13-15 unterlagen. Trevor Stewart (Neubiberg) holte mit Ehefrau Elisabeth im Mixed noch einen dritten Platz. Trevor Stewart war mit Sicherheit im Herreneinzel der zweitbeste Spieler seiner Altersklasse, hatte aber bereits im ersten Gruppenspiel dem späteren Sieger David Eddy im dritten Satz knapp den Vorrang lassen müssen. David Eddy gab im weiteren Turnier keinen Satz mehr ab. Reinhard Wilhelm schied als Gruppenzweiter im Einzel nach zwei Siegen aus. Uwe Kopf (TG Mülheim) schied in der Mixed-Vorrunde aus. Die Altersklasse O60 brachte unserem Team zweimal Gold. Die Bremerin Renate Gabriel holte souverän ihr Dameneinzel mit 11-3, 11-1 gegen die Dänin Solveie Bjorlow. Heidi Menacher (Neuhausen) belegte Platz drei. Wesentlich härteren Widerstand musste im Herreneinzel O60 der Bremer Gerd Schumacher mit dem Dänen Berndt Rose mit 15-12, 6-15, 15-9 brechen. ‚Coach’ Siegfried Dutschke hatte mit Handtüchern, Worten und Gesten alle Hände voll zu tun, um Gerd in Bewegung zu halten und zum Matchball zu treiben. Beide Gold-Veteranen zusammen im Mixed holten noch einmal Silber. Sie unterlagen nach ihren Einzeln mit 1-15, 13-15 gegen die Engländer Shadwick / Andrew. Platz drei im Mixed gab es noch für Grönbold/Menacher. Im Herrendoppel holten sich Gerhard Grönboldt / Siegfried Dutschke (Hamburg/ Wyk auf Föhr) Bronze. Es hätte mehr sein können, aber bei 13-10 ist halt noch nicht Schluss. Es wurde ein 13-15! Für Uwe Kopf reichte es mit Heinz Volberg (TV Witzhelden) zu einem Sieg in der Vorrunde. Im Einzel waren für beide die Gegner zu stark. Jörg Kraft (Ohligser TV) und Wilhelm Schmitz (TV Witzhelden) konnten in der Vorrunde immerhin einen Sieg verbuchen. So klang die Veranstaltung nach einer Woche mit vielen positiven Erfahrungen dem Auffrischen internationaler Kontakte und einer schönen Siegerehrung aus. Danke Sofia! Danke an alle Teilnehmer und Mitreisenden, an alle Schiedsrichter und Organisatoren. Die nächste Weltmeisterschaft soll in zwei Jahren in Asien stattfinden. Punch Gunalan, der ehemalige malaysische Spitzenspieler, brachte Kuala Lumpur ins Gespräch, wo er auch die Teilnahme der asiatischen Spieler zusagte, die auch aufgrund von SARS nur spärlich bei dieser Veranstaltung vertreten waren. Bernd Wessels
"Einmal Sofia und zurück" vom WM-Teilnehmer Karl Füssl Erstmals Senioren-WM in Sofia, Bulgarien – und wir waren dabei! Wir, das waren etwa 40 deutsche Badminton-Oldies und Gruftis von 35 bis über 60, vom „Nesthäkchen“ Holger Wippich bis zum/zur Senior/in der Expedition. (Wer war das?) Gerade die Alten der Alten brauchten sich nicht zu verstecken. Holten doch unsere 60+, 55+, 50+ und 45+ die größten Kastanien in Form von Weltmeistertiteln aus dem Feuer. Wie man auf den diversen Homepages, z. B. bei www.blv-nrw.de, nachlesen kann, sprangen für „uns“ fünf Titel heraus. Da Ehre gebührt, wem sie gebührt, seien unsere Weltmeister/innen hier extra gewürdigt: Dameneinzel 60+: Renate Gabriel
Dazu kommen die Vizeweltmeister/innen Renate Knötzsch (Dameneinzel 55+), Hans Schumacher/Renate Gabriel (Mixed 60+) sowie Erfried und Angela Michalowsky (Mixed 50+). Die Bilanz wird abgerundet von 6,5 „offiziellen“ und weiteren 6 „inoffiziellen“ dritten Plätzen. Das ergibt hinter Dänemark und England den dritten Platz in der Länderwertung. Das ist doch was und auf die Bilanz können wir Spielerinnen und Spieler stolz sein! Ob und wie sich der DBV damit schmückt, wird man sehen. Immerhin mussten wir, nachdem wir Interesse bekundet hatten, vom DBV ausgewählt, nominiert und gemeldet werden. Was auch termingerecht geschah. Ansonsten verfuhr man „von oben“ nach dem Motto John F. Kennedys: „Frage nicht, was der DBV für dich tun kann, sondern frage, was du für Badminton-Deutschland tun kannst!“ So wurde landauf landab fleißig organisiert, klinkten sich viele ins Internet, hängten sich ans Telefon, machten Faxen, opferten Urlaubstage, zahlten Startgebühren, Hotelrechnungen, Flugkosten, Restaurantrechnungen, plünderten Konten und Sparschweine. Alles, um dabei zu sein. – Man gönnt sich ja sonst nichts! Der Chronist – erstmals in der Runde – genoss als Bayer das Gemeinschaftsevent mit Meck-Pommies, Friesen, Waterkantler, Ruhrpottler, Hessen und allen anderen aus dem Norden, Osten, Süden und Westen der Republik. Ratschen, Plastikflaschen, Gesänge und Anfeuerungsrufe zeigten: Da spielt gerade Deutschland! Dass die weltweite politische und gesundheitliche Lage (SARS) den Teilnehmerkreis einengte, wird bald vergessen sein. Es war ein Erlebnis, in der Halle, um die Halle und um die Halle herum. Mit Ausnahme von drei leicht Blessierten kehrten alle gesund zurück. Wir waren dabei, bei der ersten Badminton-WM der Senioren in Sofia 2003! Das war es allemal wert! Dass der Verband sich vornehm heraushielt, ist zu verschmerzen... Andererseits: Ein klein wenig mehr Anerkennung und Interesse hätten wir uns schon gewünscht, und wenn es symbolisch die Übernahme der Startgebühren gewesen wäre! (Hoch geschätzt: 3000 €!?) Weil - irgendwie hat man sich von Verbandsseite vorher doch eingemischt, zum Beispiel durch die Meldung einer deutschen Rangliste. Und so ist es gelungen, einen weiteren sicheren Vizeweltmeistertitel zu verhindern... Wer dabei war, weiß, wer gemeint ist! Nix für unguat – so
sagt man bei uns im weißblauen Voralpenland!
(Weitere Berichte von
Teilnehmern werden gerne entgegengenommen)
Fotos Bernd Wessels Die Regularien der IBF für Senioren Weltmeisterschaften können im Internet unter www.intbadfed.org/compet2002.html eingesehen werden. Zur WM-Seite von World-Badminton Zur Veteranen-Seite von Peter Emptage (England) mit einigen Fotos Zur WZ-Online mit einem Bericht über Heidi Bender zur Ausschreibung, dem IBF-Info-Brief und dem Brief des Bulgarischen Verbandes weitere Informationen und Berichte zur Veteranen-WM 2003 bei Martin Knupp unter badminton.de |